Die Vergangenheit nutzen

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Mit seiner zentralen Lage mitten in den Alpen ist Uri seit geraumer Zeit träger von nationalen Aufgaben, sei dies als kürzeste Transitroute zwischen Nord und Süd, als Bollwerk der Schweizer Armee in Kriegs- und Friedenszeiten, als ehemals wichtigen Produktionsstandort von Munition für die Schweizer Armee oder als wichtigste Stromtrasse zwischen Nord und Süd.
Diese Aufgaben trägt unser Kanton ohne Murren und besonderen Ansprüchen.

Das letzte Mal, als Uri energisch für seine Interessen einstand war vor Baubeginn der NEAT. Mit der Linienführung «NEAT in den Berg» forderte die damalige Politik lauthals eine NEAT die Uri umfahren hätte und dessen Nutzen äusserst fraglich gewesen wäre. Durch die schon rein technisch illusorische Forderung (da notwendige Kurvenradien nicht eingehalten werden konnten) wurde die Diskussion um eine halbversenkte Linie durch den Talboden von vornherein erstickt.
Trotz grosser Kritik an den Folgen des damaligen Widerstands können wir daraus lernen.
Folgend zwei Beispiele:

Arma Suisse
Mit dem Rückzug der Ruag aus Uri werden im Schächenwald seitens der Arma Suisse Bestrebungen gemacht, das Areal mit neuen Unternehmen zu beleben und weiter zu entwickeln. Anfangs wenig erfolgreich, lässt das neue Konzept (Neuland) inzwischen mehr erhoffen. Dass die Arma Suisse als Immobilienstelle der Armee den Schächenwald in Eigenregie weiterentwickelt entspricht nicht ihrem Auftrag. Das Land, welches nach dem ersten Weltkrieg sehr günstig zu Verteidigungszwecken an den Bund abgegeben wurde, muss wieder in den Einflussbereich des Kantons zurück. So wäre die Weiterentwicklung der drei Industriestandorte Rynächt (durch die Gemeinde Schattdorf), Schächenwald und Werkmatte (durch den Kanton) in Urner Händen und einfacher zu koordinieren.

ASTRA
Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) ist für die nationale Strasseninfrastruktur zuständig, dem «Nationalstrassennetz». Als Netz betrachtet würde ein gut ausgebauter Axen Nidwalden und der Verkehrsknoten um Luzern entlasten. Die A4 ist kein vierspuriger Zubringer für Brunnen, sie gehört zum Nationalstrassennetz und hat diese Aufgabe durchgehend zu übernehmen. Die Reaktionen des ASTRA bzgl. der Sperrung am Axen («es gibt kein Recht auf die Strassenverbindung») deutet aber darauf hin, dass dieser eigentliche Zweck der Axenstrasse auch vom ASTRA nicht erkannt wird.

Bei beiden Anliegen muss die Regierung klare Forderungen stellen und die Bundesinstanzen an die eigentliche Aufgabe erinnern, dies unter Hinzunahme der historischen Vergangenheit.

Pascal Blöchlinger, Regierungsratskandidat, Altdorf

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