Urner mit Aussensicht

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Ich bin in Altdorf geboren und aufgewachsen. Mir bedeutet deshalb der Kanton Uri sehr viel. Nach meinem Wirtschaftsstudium an der Universität in Zürich bin ich in Uri wohnhaft geblieben und pendle zu meinem Arbeitsort. Die tägliche Fahrzeiht von etwas über zwei Stunden nehme ich gerne auf mich. Zum einen macht mir das Autofahren nichts aus. Und zum anderen schätze ich die vielen Vorzüge sehr, die Uri bietet. Als aktiver Urner weiss ich um unsere Traditionen, die ich in diesem Jahr als Landratspräsident noch besser kennenlernen durfte.   

Ich bin überzeugt, dass die auswärtige Tätigkeit für einen Politiker auch einen äusserst wertvollen Vorteil hat: Man erhält so eine Aussensicht auf unseren Kanton. Mir wurde schon als Student in Zürich bewusst, wie ausserhalb Uris die Diskussionen rund um den Verkehr am Gotthard negativ wahrgenommen wurden. Ich weiss nicht, wie oft ich nach der schlimmen Situation, in der wir Urnerinnen und Urner uns damals angeblich befanden, gefragt wurde. Gott sei Dank ist dieses dauernde Gejammer über den Gotthardverkehr vorbei. Heute herrschen in Uri diesbezüglich wieder Optimismus eine weitaus positivere Einstellung zum Strassenverkehr als bis vor kurzem.

Kein Kanton hat nur zwei Verkehrswege Richtung Nord.

Dank meiner Aussensicht weiss ich, dass das Bild, das sich Urner Politiker über ihren Kanton machen, oft nicht mit der Realität übereinstimmt. Es trifft zu, dass wir Urnerinnen und Urner gute und beliebte Fachkräfte haben. Klar ist auch, dass unser Ausbildungssystem ausgezeichnet ist. Stimmt es aber auch, dass Uri, wie die Urner Regierung immer wieder betont, mit Intercity-Halten und unseren Nationalstrassen hervorragend erschlossen ist? Zweifellos führt mit der Nord-Süd-Achse eine der wichtigsten Transitrouten durch unseren Kanton. Vergleicht man diese Verkehrsanbindung aber mit derjenigen anderer Kantone, zeigt sich schnell, dass diese Einschätzung gefährlich trügt. Kein anderer Kanton hat nur zwei Verkehrswege Richtung Nord und kein anderer Kanton hat derart anfällige Hauptachsen. Ich bedauere es sehr, dass die Ereignisse am Axen im letzten Sommer beim Regierungsrat nicht die nötigen Reaktionen bewirkt haben.

Wenn ich unseren Kanton von aussen betrachte und mit anderen Gegenden vergleiche, stelle ich leider fest, dass die längere wirtschaftliche Wachstumsphase, in der wir stehen, an Uri, mit Ausnahme von Andermatt, praktisch vorbeigezogen ist.

Erfolgreiche Unternehmen ergänzen ihren Verwaltungsrat mit externen Personen, um die «Firmenblindheit» zu überwinden.

Die Urner Politik muss sich unbedingt mit den Konkurrenzstandorten in den Regionen Luzern, Zug, Zürich und Ostschweiz befassen, diese genau analysieren und die Stärken und Schwächen Uris erkennen. Gestützt darauf, gilt es unsere Stärken zu festigen und die Schwächen bestmöglich abzubauen. Dazu braucht es eine kluge und ungeschminkte Aussensicht, wie es auch privatwirtschaftliche Unternehmen machen. Sie ergänzen ihren Verwaltungsrat mit externen Personen, um so die «Firmenblindheit» zu überwinden.

Ich bin überzeugt, dass der Regierungsrat dank meiner unternehmerischen Tätigkeit ausserhalb Uris von einer wertvollen kritischen und konstruktiven Aussensicht profitiert.

Ich freue mich, wenn Sie mir bei den Regierungsratswahlen Ihre Stimme geben, und danke Ihnen für Ihre Unterstützung.

Pascal Blöchlinger, Regierungsratskandidat, Altdorf

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