Uri in wirtschaftlicher Notlage

Diesen Beitrag teilen

Share on facebook
Share on xing
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email

Mit der erneuten Schliessung der Axenstrasse auf unbestimmte Zeit sehen die Urner Wirtschaft und Gesellschaft schon wieder schwierigen Zeiten entgegen. Wie ich als direkt betroffener Pendler selber erleben musste, war die Stimmung in den Zügen von und nach Brunnen/Schwyz letzte Woche im Gegensatz zur ersten Sperrung im Sommer angespannt und bedrückt.

Die mühsame Situation für Pendler ist aber bei weitem nicht das grösste Problem. Die zwei Sperrungen und, wenn nicht alles täuscht, weitere absehbare Sperrungen auf unbestimmte Zeit bringen zahlreiche Urner Unternehmungen in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten. In der heutigen Zeit des intensiven Preiswettbewerbs und der Lieferung «just in time» haben Umwege über den Seelisberg und das verstopfte Luzern unweigerlich Verluste von Aufträgen zur Folge. Die Sperrung am Axen trifft neben dem Tourismus mit den vielen Gastrobetrieben auch viele Urner Gewerbeunternehmen mit einer stattlichen Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Nach der letzte Woche gestellten Forderung der SVP nach einer Notlösung haben bald auch die FDP und später die CVP eine schnelle Notlösung verlangt. Dieser gemeinsame Auftritt ist erfreulich und nötig! Auch der Regierungsrat erhöht jetzt den Druck und wendet sich mit einem Schreiben direkt an Bundesrätin Simonetta Sommaruga. So weit, so gut. Wünschbar und wohl um einiges wirksamer wäre, wenn der Regierungsrat persönlich bei Bundesrätin Sommaruga vorstellig würde. Denn aussergewöhnliche Situationen erfordern aussergewöhnliche Taten!

So erfreulich in meinen Augen das Schreiben des Regierungsrats nach Bern ist, so wenig kann ich die gleichzeitig in den Urner Zeitungen geäusserte Skepsis der Regierung gegenüber einer Notlösung nachvollziehen. Wann, wenn nicht jetzt, soll von einem Notstand die Rede sein? Zugegeben, Uri ist nicht restlos von der Umwelt abgeschlossen. Aber was ist, wenn der Seelisbergtunnel wegen eines Unfalls oder einer technischen Panne, wie unlängst der Fall, geschlossen werden muss?

Ich bin klar der Meinung, dass am Axen von einem Notstand gesprochen werden muss. Alles andere ist Schönrederei und missachtet grob die Situation der Urner Wirtschaft. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum der Regierungsrat nicht unmissverständlich Notmassnahmen am Axen fordert, wie er es damals beim Ölberg tat, und er stattdessen die Folgen der Sperrung für die Urner Wirtschaft relativiert, wen nicht gar kleinredet. Wie will er die Neuansiedlung von Unternehmungen fördern, wenn er sich nicht gleichzeitig entschlossen um eine sichere und 365 Tage im Jahr offene Erschliessung des Kantons einsetzt? Sehen wir der Realität nüchtern ins Auge und arbeiten mit Vehemenz und geeinten Kräften an einer raschen Verbesserung am Axen. Denn eines ist klar: für ein Unternehmen, das einen neuen Standort sucht, ist die Erreichbarkeit einer der wichtigsten Kriterien. Und auch Betriebe, die bei uns seit Jahren tätig sind, werden sich, sollte der Axen nicht sicherer werden, überlegen, ihren Firmensitz ausserkantonal anzusiedeln. Darum fordere ich den Regierungsrat auf, sich an oberster Stelle entschieden für eine Notlösung am Axen einzusetzen.

Pascal Blöchlinger, Nationalratskandidat, Altdorf

Mehr gibt's hier